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Was braucht es eigentlich, damit es zwischen zwei Menschen funktioniert? Zugegeben, die Frage ist ein bisschen salopp formuliert, im I Ging lässt sich jedoch bei aller Diskussion, die heutzutage um das Thema Partnerschaft und Beziehung geführt wird, diese Frage recht leicht beantworten:

Vorab sollte jedoch erwähnt werden, dass es im Folgenden nicht zwangsläufig nur um Liebesbeziehungen gehen muss, die Definition von Partnerschaft aus dem I Ging lässt sich auf alle Bereiche übertragen, in denen Menschen aufgrund gegenseitiger Absprachen miteinander zu tun haben (aber natürlich auch um Paarbeziehungen). Das Zeichen, das eine harmonische Paarbeziehung darstellt besteht aus den Trigrammen Erde und Himmel. Auch wenn bei den Beschreibungen der Trigramme die Erde der Mutter und der Himmel dem Vater zugeordnet wird, sollte man in diesem Falle die geschlechtsspezifische Zuordnung nicht ganz so starr nehmen, es geht mehr um die Eigenschaften, für die die Trigramme jeweils stehen.

Himmel und Erde lassen sich auf zwei Arten kombinieren. Im ersten Fall steht der Himmel an oberer Stelle und die Erde unten, eine Konstellation, die wir aufgrund deren Vorkommen in der Natur als “natürlich” und stimmig empfinden. Tatsächlich steht dieses Hexagramm (Nr. 12, die Stockung) unter anderem für Partnerschaften, die sich auseinandergelebt haben. Warum? Der Himmel strebt mit seiner Energie nach oben, während die Erde aufnimmt bzw. ihre Energie sich eher nach unten richtet. Treffen diese beiden in dieser Konstellation aufeinander, gibt es nicht mehr viel zu sagen, man bewegt sich voneinander weg und verliert den Kontakt zueinander.

Wenn wir es umgekehrt betrachten und den Himmel nach unten setzen und die Erde nach oben, spricht das I Ging davon, dass das Starke (Himmel) sich dem Schwachen (Erde) unterordnet, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Wobei hier keine Bewertung über schwach und stark vorgenommen werden soll, das eine geht nicht ohne das andere und beide bedingen sich gegenseitig. Was die Zielrichtung der beiden Trigramme angeht, passiert hier das umgekehrte vom Hexagramm oben: Der Himmel strebt wie gehabt nach oben und bewegt sich dabei auf die Erde, die aufgrund ihrer schweren Materie unten verhaften bleibt, zu. Zwischen diesen beiden ist Annäherung und Austausch da. Das Starke verliert durch seine Position seine Stärke nicht, es erhöht den anderen, so kommt es zu einem stetigen Wechsel zwischen stark und schwach, der sich gegenseitig auffängt, wie es in einer guten Beziehung sein sollte. Mal ist es Zeit für den einen seine Stärke zu zeigen, mal muss es dem anderen möglich sein, ein permanentes Geben und Nehmen. Daraus profitieren alle zwischenmenschlichen Beziehungen, sei es beruflicher oder privater Natur.

Das beschriebene Hexagramm Nr. 11 heisst dann auch so treffend: “Der Friede”. Richard Wilhelm hat es so beschrieben: “Der Himmel hat sich unter die Erde gestellt. So vereinigen sie ihre Kräfte in inniger Harmonie. Dadurch entsteht Friede und Segen für alle Wesen”*.

Und innige Harmonie wünschen wir uns doch von Zeit zu Zeit alle, oder?

Eine gute Zeit!

*I Ging – Buch der Wandlungen/Übersetzung Richard Wilhelm

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