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Werde der, der Du werden kannst!

Der Blog zum I Ging

Sei wie der Sand…

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Neulich habe ich einen Kurztrip ans Meer gemacht. Während ich am Ufer stand, beobachtete ich minutenlang wie eine Welle um die andere an den Strand schlug, mit Schaumkronen bedecktes Wasser, das heraufzog, den Sand mit einer zentimeterdicken Wasserschicht bedeckte und sich anschließend wieder zurückzog. Danach war der Boden unter meinen Füssen ein anderer als vorher. Die Muscheln, die vorher dort gelegen hatten, hatten die Wellen wieder mit sich hinaus aufs offene Meer getragen, gemalte und gebaute Kunstwerke der Kinder wurden zurückverwandelt in eine ebene, glatte Sandfläche, tabula rasa in Sekundenschnelle.

Wenn ich meinen Geist mit hinaus dort aufs offene Meer ziehen lasse, spüre ich die Leichtigkeit, die sich in mir ausbreitet, wenn ich die schwere Last meiner Gedanken loslasse. Wenn ich die Augen schließe, ist mein Kopf augenblicklich nur noch erfüllt vom monotonen, mächtigen Geräusch der heran brausenden Wellen und dem seichten Plätschern, wenn sie sich wieder zurückziehen. Kommen und Gehen, Minute um Minute, Stunde um Stunde. Wenn ich meine Augen öffne, bin ich immer noch da und das Meer auch. Das Meer wird auch dann noch da sein, wenn längst nur noch meine Enkel von mir erzählen und meine Existenz bloße Erinnerung ist. Die Zeit vergeht, die Dinge wandeln sich, die einen mehr und schneller, die anderen weniger und langsamer.

Die Wandlung der Menschen ist bestimmt von Endlichkeit, zumindest unseres Körpers. In den Minuten, die ich dort am Strand stehe, bin ich ein anderer Mensch geworden. Gedanken sind durch meinen Kopf gezogen, die mich verändert haben, entweder weil sie gekommen oder weil sie gegangen sind. Die Spanne der Zeit, die mir in diesem Leben noch zur Verfügung steht, ist jetzt eine kürzere als noch vorhin.

Bei unserem Bestreben nach Veränderung, vernachlässigen wir manchmal die Tatsache, dass ein Großteil der Veränderung ohne unser Zutun passiert. Wir nehmen Einfluss auf unser Leben so gut es geht, bemühen uns, alles so perfekt wie möglich zu machen und sind dann erstaunt, wenn plötzlich irgendetwas passiert, das wir für uns gar nicht so „eingeplant“ haben. Weil wir nicht alleine auf der Welt sind. Weil wir, genau genommen, nur ein verschwindend kleiner Teil dieses ganzen Universums sind und wir nicht einen Bruchteil dessen, was jeden Tag auf uns einwirkt, mit unseren Sinnen überhaupt erfassen können. Was genau ist „das Meer“? Was genau ist „der Mensch“? Das Meer ist eine Vielzahl von Vielen, der Mensch ist eine Vielzahl von Vielen und so finden wir immer wieder größere Überbegriffe mit denen wir Dinge zusammenfassen und vergessen manchmal, dass all diese Dinge, für die wir mühsam in unserem Leben Wörter gefunden haben, sich auseinander dividieren lassen in etliche noch kleinere Bestandteile.

ICH bin nicht einfach ICH, ich bin viele. Entscheidungen, die ich treffe, treffe ich mit Herz, Verstand und Geist, mal mit dem einen mehr, mal mit dem anderen. Für meine Kinder bin ich Teil ihrer Familie, für meine Kollegen, Teil ihres Arbeitsplatzes, für meinen Sportverein ein Teil einer Mannschaft. Wir sind nicht dieselbe Person, wenn wir uns durch unser Leben bewegen. Wir wandeln uns jeden Tag, in jeder Minute, wir bleiben niemals die gleichen, selbst dann, wenn wir einfach nur existieren, verändern wir uns.

Die einzige Konstante in unserem Leben ist die Zeit. Die Zeit vergeht, sie besteht weiter, ob mit oder ohne uns. Darauf können wir uns verlassen, es wird immer irgendwie weiter gehen. Wir müssen lernen, dass unser Leben keine Konstante ist. Leben ist Wandlung. In jeder Sekunde. Aktiv und passiv. Wir können verzweifelt versuchen, an Zuständen festzuhalten, die wir als besonders angenehm empfinden, um dann aus der Bahn geworden zu werden, wenn sich diese Zustände plötzlich ohne unseren Willen ändern. Oder wir können lernen, mit dem Wissen um die Existenz der Veränderung zu leben. Mit dem guten Gefühl, dass wir auch in Zeiten, in denen die Dinge für uns schwierig und manchmal auch unlösbar scheinen, bei uns selbst bleiben. Dass wir gewappnet sind dafür, dass wir unter der Kraft der Wellen mal Sandburg, mal Wassergraben und immer mal wieder „Tabula rasa“ sind und trotzdem Sand bleiben, wenn auch in veränderter Form.

Wir müssen in unserem tiefsten Kern wir selbst bleiben, dann sind wir in der Lage allen Veränderungen zu begegnen ohne uns dabei selbst zu verlieren. Das heisst nicht, dass wir uns von nun an willenlos durch unser Leben treiben lassen sollten. Es ist gut uns wichtig, einen Plan für sein Leben zu machen und wir brauchen unseren Willen, um unsere Ziele zu erreichen. Wir sollten nur sehen, dass das, was wir planen immer nur einen Teil dessen ausmacht, was wir selbst beeinflussen können. Und wir müssen lernen, loszulassen, wenn sich Dinge unserem Einfluss entziehen und dann damit unseren Frieden machen. Das heisst nicht, den einfachsten Weg zu gehen, es ist manchmal der schwerste. Und es wird umso mehr deutlich in dem Satz „Werde der, der du sein kannst…“
Eine gute Zeit!

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Ein Fundament…ist ein Fundament…ist ein Fundament…

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Das Leben beginnt im Scheitern

  1. Perlwitz

    Hallo Herr Geurts,
    “Die einzige Konstante in unserem Leben ist die Zeit.”
    Ich meine, die einzigste Konstante ist die Wandlung – das Leben selber. Zeit ist doch relativ….oder?
    LG

    • Team I Ging

      Guten Abend,
      diese Frage ist wahrscheinlich nicht eindeutig zu beantworten. Wandlung ist in gewissem Maße abhängig von der Zeit, denn ohne Zeit keine Wandlung. Recht haben Sie aber auf jeden Fall, dass beides einen permanenten Einfluss auf unser Leben hat. Vielleicht gibt es ja noch mehr Meinungen dazu?

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