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…reise zu mir. Ein merkwürdiges Reiseziel? Mitnichten. Wir suchen Entspannung am Meer, Abwechslung in den Bergen, den „Kick“ beim Survival Urlaub… wir investieren viel für ein paar Tage „Rauskommen“, „Ablenkung“, manchmal auch „Vergessen“. Wie wäre es mal mit ein paar Minuten „Reinkommen“ „Dableiben“, „Aushalten“? Ja, das klingt nicht so schön wie Sonne und Meer, macht vielleicht auch ein leicht ungutes Grummeln im Bauch, weil dieser Schleier „Selbstfindung“ ein bisschen darüber hinweg weht… Interessant ist hier auch die Wortwahl: Wir „finden uns selbst“, wir reisen zu uns selbst, klingt sehr stark danach als wäre unser eigenes Ich ein ziemlich weit entferntes Reiseziel, oder? Und selbst wenn ich die positive Variante des Ganzen wähle: „Ich bin bei mir“ dann ist „bei“ zwar schon sehr nahe dran, aber immer noch irgendwie weg…

Es gibt Dinge in uns, die schieben wir gerne ein Stück weit von uns weg, so wie ein 2.Wahl-Päckchen, Ware mit kleinen Mängeln, von denen wir zwar wissen, dass sie zu uns gehören, aber die wir eigentlich nicht so gerne ganz vorne in der Ladentheke unserer Selbstdarstellung präsentieren. Lieber schieben wir die ganz weit nach hinten ins Regal, in der Hoffnung, dass sie da erst mal so schnell keiner findet und sich irgendwann so viel Staub darauf legt, dass sie beinahe unkenntlich sind. Aber diese „Mangelware“ gehört auch in unser Sortiment. Und wir können sie nicht weg-ignorieren. Denn wenn wir das lange genug probieren und genug Artikel weit hinten ins Regal schieben, dann kommt der Tag, an dem eines dieser staubbehafteten Teile ins Rollen kommt und mit sich eine ganze Lawine 2. Wahl-Artikel aus der letzten Reihe zu Boden donnern lässt. Und die reißen alle unsere tollen Premium-Artikel aus der ersten Reihe mit sich… Es lohnt sich, ab und an zu schauen, warum wir manche unserer Eigenschaften in die hintere Reihe verbannen möchten und unsere Meinung dazu zu überdenken.

Klare Analyse bringt uns hier aber nicht zwingend weiter, schließlich gibt es einen Grund, warum wir so und nicht anders reagieren. Wenn wir mit dem I Ging arbeiten, geben wir unserem Unterbewusstsein die Chance, sich Gehör zu verschaffen. Wir schieben für eine Zeit lang unsere „innere Jury“ zur Seite, um unsere Themen unbelastet betrachten zu können. Das, was wir dabei finden, sollten wir immer versuchen, mit Liebe und Wohlwollen zu betrachten, denn nur so überwinden wir die heimliche 2-Klassen-Gesellschaft in uns und können anfangen, Blockaden oder Schwierigkeiten, die wir haben, anzugehen und aufzulösen, ohne uns dabei im Groll zu verlieren. Getreu nach dem Motto „geh mit Deinem GANZEN Herzen“ und lass nicht einen Teil von Dir unbeachtet zurück.
Viel Erfolg!

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