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Neulich gingen wir wandern. Neben der Entspannung, die Bewegung in der freien Natur (übrigens wissenschaftlich erwiesenermaßen) mit sich bringt, ertappe ich mich auch immer wieder dabei, wie bestimmte Hexagramme ganz deutlich vor mir in der Natur sichtbar werden. So lief ich unter anderem durch ein Tal, in dem inzwischen die Biber wieder heimisch geworden sind und sehr aktiv Staudämme in ein kleines Flüsschen gebaut haben. Die Landschaft war überall durchzogen von kleinen Stauseen, die durch aufgetürmte Äste und Zweige entstanden waren. Durch die kleinsten Ritzen in diesen Holzbauwerken rannen kleine, zum Teil winzige Rinnsale, so dass beinahe kleine Arkaden entstanden. Gleichzeitig gab es andere Ecken, da stieg das Wasser auch durchaus so schnell an, dass es sich einen Weg über die kleinen Dämme suchte.

Mir wurde dabei noch einmal sehr anschaulich deutlich, wie recht das I Ging mit der Aussage „Sei wie das Wasser, es findet immer einen Weg“ hat. Die vielen kleinen Rinnsale und Bächlein waren das beste Beispiel dafür.

Gleichzeitig bemerkte ich den nächsten Zusammenhang: Das Wasser über dem alten Holz (dem Wind): Hexagramm 48, der Brunnen. Erstaunlich, nicht? Eigentlich gehen wir ja gerade nur eine Runde spazieren…., denn je nachdem könnten wir ja durchaus auch über junges Holz mit Wasser darüber stolpern, wenn zum Beispiel ein junger Baumsprössling abgeknickt und in einen Bach gefallen ist.
Es gibt Hexagramme, die begegnen einem ständig: Der Wind über der Erde, der Himmel über der Erde usw., und es gibt die kleinen, etwas versteckteren Hexagramme, so wie das, worüber ich gerade erzählt habe. Interessant wird es dabei natürlich vor allem, wenn wir auf Hexagramme stoßen, die in ihrer natürlichen Form anders vorkommen. So ist der Wind natürlicherweise eher über dem Berg zu finden, ich kann mich aber an eine Situation erinnern, an der ein alter Felsen so mit Höhlen durchzogen war, dass der Wind beinahe durch ihn hindurch glitt und dabei auch immer etwas schaurige Geräusche machte… das wäre ein schönes Beispiel für den Wind unter dem Berg, Hexagramm 18, die Arbeit am Verdorbenen.

Was ich damit sagen möchte, ist, dass, wer einen Rat im I Ging sucht, sich gar nicht zwangsläufig in sein stilles Kämmerlein zurückziehen muss, sondern beim aufmerksamen Bewegen in der Natur, durchaus den ein oder anderen „Stupser“ für sein Unterbewusstsein auch dort finden kann. Denn wahrscheinlich ist es dort auch nicht so viel anders als beim gezielten Befragen des I Ging, das Unterbewusstsein weiss in den meisten Fällen sehr genau, was es bewegt.

Dazu kommt, dass wir in der Natur schneller und manchmal besser in der Lage sind, uns zu entspannen und abzuschalten. Unser Geist wird durch den Wegfall der vielen Reiz, die uns umgeben offener für das Wesentliche.

Eine gute Zeit!

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