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Bei einem Beratungsgespräch, in dem es um meine berufliche Ausrichtung ging, sagte ein Coach einmal zu mir: „Sie müssen ja nicht unbedingt den genauen Hafen kennen, an dem Sie anlegen wollen, aber zumindest das Ufer wäre gut…“

Was er damit so sinnbildlich sagen wollte, war: Es ist zwar nicht nötig, sein Ziel bis ins kleinste Detail zu kennen, aber um etwas zu erreichen sollte man zumindest eine grobe Richtung wissen, die man einschlagen möchte. Für mich bedeutete das damals die Entscheidung, mich entweder für meine kreative Seite zu entscheiden mit dem Risiko, an einigen Punkten bei Null anfangen zu müssen, oder einen eher konservativen, aber dafür sicheren beruflichen Weg einzuschlagen.

Ein Zeichen im I Ging, dem das besonders schwerfällt, ist der Wind. Menschen mit einem grossen Anteil von Trigramm Wind, sind ganz schnell angefixt von neuen Eindrücken und Inspirationen und bereit, alles andere dafür stehen und liegen zu lassen. Da wundert sich der beste Kumpel manchmal, warum der gemeinsame Urlaub gestern noch in den Regenwald gehen sollte der Artenvielfalt wegen, und heute in ein einsames Kloster in den Anden. Dem Wind ist keine Idee zu verrückt, als dass er ihr nicht auf den Grund gehen würde und keine Mühe zu groß, um sein Wissen darüber dann noch zu vertiefen. Darum kennt er sich häufig auch sehr gut in etwas exotischeren Wissensgebieten aus, die andere gar nicht für erforschenswert betrachten, weil sie nicht „Mainstream“ sind.

Mit Windmenschen in Eurem Umfeld wird es zumindest (oder leider) nie langweilig (das ist Ansichtssache). Wichtig für das Umfeld dieser Menschen ist, dass sie ihn unterstützen, ein grobes Ziel für sich festzulegen und sich auch nicht scheuen, ihn beizeiten dezent daran zu erinnern. Denn die Gefahr im alltäglichen Leben besteht für ihn darin, sich immer wieder mit neuen Dingen von seinem eigentlichen Ziel ablenken zu lassen. Wenn Ihr selber zur Gattung „Windmenschen“ gehört, könnte Euch vielleicht folgender kleiner Tipp helfen: Wenn Ihr Euch für ein bestimmtes Ziel (Ufer! nicht Hafen!) entschieden habt, notiert Euch in kurzen Stichworten, was Ihr in welchem Zeitrahmen, warum erreichen wollt und legt diesen Zettel zum Beispiel in Euren Terminkalender. Wann immer Ihr zu „neuen Ufern aufbrechen“ wollt, checkt kurz gegen, ob dieses neue Ziel auf Eurer Gesamtroute liegt oder ob Ihr dabei seid, einen Umweg zu fahren, der an ein neues Ziel führt. Natürlich kann man gewählte Ziele über den Haufen werfen, aber dann solltet Ihr dies bewusst tun und nicht, weil auf einmal unterwegs eine unbekannte neue Herausforderung lockt. Sorgt außerdem dafür, dass Ihr ein Ziel wählt, das nicht zu weit in der Zukunft liegt und eine realistische Möglichkeit hat, zeitnah umgesetzt zu werden.

Eine gute Zeit!

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